#untertage – ab 13.01.

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  • Beitrag veröffentlicht:9. Januar 2023

3 Millionen Jahre Druck haben Welt versteinern lassen, durch die untertags geht, wer dort noch arbeitet – oder forscht. Wir verheizen für den Fortschritt. Überirdisch sind die Träume. Unterirdisch der Zustand der Welt, der Gesellschaft, die Situation der Arbeitenden, der Kreativen, der Schutzbefohlenen. Es ist Zeit für einen Schritt. Einen Blick zurück. Auf Mund und Mensch und Sinn.

Franz Fühmann wäre nun schon 100 Jahre alt. Er hat uns inspiriert mit seinem Schreiben, mit seiner Selbstbefragung – Wir widmen ihm ein Kapitel. Tauchen in den Kosmos Fühmann, graben nach Verborgenem, polieren Erinnerungen, lernen aus ideologischen Irrungen, bergen Werke, sein Sprachspiel.

Mitten im Strukturwandel der Gegenwart werden neue Stollen gebaut, um Perspektivvielfalt zu feiern, toten Wäldern zu gedenken. Die Erde durchlöchert. Wo ist der Widerstand? Wo ist die Erinnerung? Die Zukünftige? Fühmann dachte darüber nach, ob er KZ-Wachmann geworden wäre – Und selbst? Dein Rückgrat verdreht, deine Seele verzweigt? Häuten tut weh. Und macht Mut.

Unsere Produktionen in #untertage

Franz Fühmann hat mit IM BERG seinen Ort gefunden, er wird es nicht beenden können. Wir feiern 40 Jahre später sein Fragment, die Premiere und Uraufführung der gleichnamigen Produktion des freien ensemble p&s. Und wir laden an seinem 101. Geburtstag am 15.01.23 zur MATINÉE ein, pflegen und füttern die kollektive Erinnerungskultur mit Joachim Hamster Damm, dem Kind, für das Fühmann ein Theaterstück schrieb und mit dem er Briefe wechselte.

Das Studierendentheater zieht in DAS BERGWERK ZU FALUN in Auseinandersetzung mit Hofmannsthal und E.T.A. Hoffmann, die Fühmann wiederum beeinflussten. Alison Shea, Gerda Knoche, Liesbeth Nenoff erzählen VON INSASSEN UND INSEKTEN, von Einschluss und Ausschluss, Bitterfeld und Bau. Post Theater schafft ein neues Labyrinth aus internationalen Mythen und ist mit FUCHSBAU zu Gast. VOM FUCHS, Freundschaft und Einsamkeit erzählen Susanne Olbrich und Hannes Lingens mit Figuren und Musik für Kinder. FÜCHSE werden von Katrin Schumacher gelesen, Wölfe liegen nahe. DENNOCH, FERNGESPRÄCHE, HUNGER schürfen weiter.

Begleitende Ausstellungen

Eine Stunde vor Beginn jeder Veranstaltung öffnen wir für Ausgrabungen Ausstellungen: Das MANSFELDER GESCHREY ehemaliger Bergleute, wie Thomas Jeschner selbst, ist bis 25.01. in seiner Videoinstallationen zu erleben. Weitere REFLEXIONEN ÜBER DEN BERGBAU im Mansfelder Land zeigt Nora Mona Bach vom 29.1.-25.02. mit ihren Zeichnungen – zur Vernissage von 51° 31‘ 02” N – 11° 16‘ 55” O – VOM TIEFEN GRUND ist sie im Gespräch zu Widerständigem in Bergbau und Kunst.

Radio hören – in’s Kino gehen!

In Kooperation mit Radio Corax und dem Puschkino bekräftigen wir u.a. den aktuellen Kampf für Demokratie, Umweltschutz und postkoloniale Verantwortung (COLTAN FIEBER von peaches&rooster), wühlen im DEFA- oder Fühmann-Archiv und allem, was dranhängt – ein Geflecht, keine Genealogie.

Auf das Verborgene, das Unabgeschlossene, den Zweifel, das Spiel – auf Franz Fühmann!

Programm und Karten

Unser Programm findet Ihr unter:
www.wuk-theater.de/programm

Tickets könnt Ihr in unserem Online-VVK erwerben:
www.wuk-theater.de/karten

Hier könnt Ihr auch unsere Zeitung mit Spielplan herunterladen:

untertage Spielplan WUK Theater Quartier – Stand 23-01-09

COLTAN FIEBER

21.02. | Filmvorführung mit Nachgespräch
Gemeinsam veranstaltet mit dem Puschkino

Das Bergwerk zu Falun *Premiere*

01. bis 05.02.
Das Studierendentheater der Uni Halle
*Nur noch Karten für 02.+05.02. verfügbar* Folgevorstellungen unter: www.wuk-theater.de/karten*

FERNGESPRÄCHE

14.02.2023 | Digital
Tom Wolter & Tobias Rank im Gespräch