Gaming und Theater – warum?

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  • Beitrag veröffentlicht:19. November 2022

Gaming und Theater – wie kommt das zusammen?

Haben wir uns im Verlauf des Digitalprojekts „Lose and win on: Spielfeld Digitalität“ vor allem spielerisch mit uns ungewohnten digitalen Techniken, Formaten und Regeln beschäftigt, holen wir uns mit dem E-Turnier ein finales Experiment des digitalen Spiels und Sports ins Theater: Eine abschließende unabgeschlossene Perspektiverweiterung auf Verlieren und Gewinnen im Spielfeld Digitalität. Eine Einladung ins Labor mitzufiebern.

Gaming ist Theater ist Spiel. Das einsgegeneins im WUK Theater Quartier ist digitaler Spielkampf im analogen Mit-Sein. Mit dem E-Turnier zollen wir der digitalen Spielekultur Anerkennung und stärken Argumente der Anerkennung als Sport.

E-Sport in Sachsen-Anhalt

Wir sind spät dran und doch der Zeitrechnung in Sachsen-Anhalt voraus, wenn wir Gaming zu Theater erklären und das E-Turnier zur Performance. Wir wollen nicht Grenzen verwischen und beliebig machen, sondern klar aufzeigen, wer in unserer Gesellschaft an einem Strang zieht und dabei unverhofft Verbündete zusammenbringen. Unsere Gesellschaft braucht Spiel, braucht Gewinnen und Verlieren, um sich weiterzuentwickeln, Lösungen zu finden, Herausforderungen der Realität anzugehen. Braucht sportlichen Ehrgeiz ohne naive Glorifizierung.

E-Sport, Kunst und Gemeinschaft

Gaming ist Kulturgut. Menschen, die Spiele entwickeln, können sich als Gestaltende begreifen, aber auch als Kunstschaffende. Das machen sie nur viel zu selten. Was denken Spielende dazu? Wie nehmen sie sich wahr? Und wenn sie im Theater auf einer Bühne Teil eines Turniers sind? In Ko-Präsenz schaffen wir Realität im Moment und erkennen ihre Komplexität an. Wir setzen auf die Offenheit, die Grundpfeiler und Tradition im Gaming ist. Und mischen uns in die Debatten ein.

Digitalität ist für das WUK Theater Quartier ein neues Spielfeld. Hier gelten andere Regeln. Aber einige können wir selbst setzen, weil wir die ersten sind. Längst sind auf Theaterbühnen bundesweit und international virtuelle Welten, Gaming-Regie und interaktive literarische Formen angekommen. In den pandemischen Jahren haben digitale Theaterformate einen, vielleicht erzwungenen, immer aber spielerischen Aufschwung erlebt. Digitalität bleibt Spielfeld, ist Aufruf für’s Zusammenarbeiten, wie es Gaming schon tut: Voneinander lernen und gemeinsam scheitern/besser werden.

Als Theater, Quartier für die freien Künste fragen wir uns gemeinsam mit Bühne und Publikum, wie ein besseres Zusammenleben möglich ist, ein besseres gemeinsames Aufwachsen, Zusammenarbeiten und erinnern. Das Subversive, das Ungewohnte, das Unabgeschlossene ist, was uns interessiert und was wir der Gesellschaft nahebringen möchten, um gemeinsam nicht weniger als eine bessere Welt zu erschließen.

Gaming als Selbsterfahrung

Mit unserem ersten Digitalprojekt widmen wir uns digitaler Interaktion in seiner Bandbreite: der eigenen Teaminternen Weiterbildung im Bereich Digitalisierung, der Erschließung digitaler Resonanzräume der Spielekultur, Künstlerischen Arbeiten an der Schnittstelle von Digitalität und Performativen Künsten sowie, last but not least, Gaming als Selbsterfahrung, Kunst und Kultur.

Als Abschluss des Kapitels #Olympia und für den gemeinsamen Sportgeist setzen wir der Auseinandersetzung um E-Sport ein Denk-Mal, behauen kämpferisch den Meilenstein.

Mit der Arcade Game Night sammeln, aktivieren und produzieren wir subjektiv Erinnerungen an Jugend ohne dem Erwachsensein das Spielen abzusprechen – markieren Kulturgeschichte, unterstützen pilothaft eine Archivierung, stellen gemeinsam mit dem Publikum auf Podeste des kollektiven Gedächtnisses.

Was spielst Du?