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KASSANDRA: WORAN GLAUBST DU? – Dramatischer Monolog | ensemble p&s | #Zukunft ist nie

22. Mai | 20:30 - 22:00

KASSANDRA: WORAN GLAUBST DU?

Was für eine Last, zu wissen, dass die Ahnung Wahrheit ist.
Was tun mit dieser Gewissheit und mit der Einsamkeit, die sie mit sich bringt?Kassandra, die Seherin aus der griechischen Mythologie, prophezeit den Untergang Trojas, doch ihre Worte verhallen. Sie ist dazu verdammt, die Katastrophe zu erkennen und auszusprechen, doch zugleich dazu verurteilt, ungehört zu sein.

Der Soloabend mit der Schauspielerin Nicole Tröger rückt diese tragische Figur und die Kassandras unserer Zeit ins Licht. Mit keinem geringeren Ziel, als den Fluch des Unerhörtseins zu brechen. Die Ohnmacht zu überwinden. Jetzt und für alle Zeit. Inspiriert von Texten des antiken Dichters Lykophron, inspiriert von Christa Wolf, Janis Joplin und anderen Stimmen entfaltet sich ein vielschichtiger Monolog über den Schmerz und die Verzweiflung der Sehenden – und über ihr gewichtiges Ringen um Hoffnung.

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar “ …oder woran glaubst du?
(Christa Wolf)

Spiel: Nicole Tröger
Textfassung: Nicole Tröger, Mereth Garbe
Dramaturgie: Mereth Garbe
Bühne/Kostüm: Polina Tretyakov, Hannes Hesse
Technik: Albert Blech, Sven Suppan

Eine Produktion des freien ensemble p&s und WUK Theater Quartier

Termine und Tickets 
Fr. 08.05.26 | 20:30 Uhr | Premiere
Sa. 09.05.26 | 20:30 Uhr
Mi. 20.05.26 | 20:30 Uhr
Fr. 22.05.26 | 20:30 Uhr
Sa. 23.05.26 | 20:30 Uhr

WUK Theater Quartier, Holzplatz 7a, 06110 Halle (Saale)

Tickets
12€ | 20€ | 30€ Freie Preiswahl

Erhältlich in unserem Online-VVK unter: http://www.wuk-theater.de/karten
oder an allen Vorverkaufsstellen der Stadt

Zur Historie von Kassandra

Kassandra, eine tragische Figur der griechischen Mythologie, ist ein Symbol für das verzweifelte Ringen um Wahrheit und Verständnis in einer Welt, die taub und blind bleibt. Ihre Geschichte beginnt in Troja, jener sagenumwobenen Stadt, die durch den Krieg und Verrat zu einem Inbegriff menschlicher Hybris und Leidens wurde. Kassandra, Tochter des Priamos und der Hekabe, war berühmt für ihre Schönheit und ihre prophetischen Fähigkeiten. Doch diese Gabe war zugleich ihr Fluch. Einst, als sie noch jung war, umwarb sie der Gott Apollon und versprach ihr die Gabe der Weissagung, sofern sie sich ihm hingab. Doch Kassandra, standhaft und selbstbewusst, verweigerte ihm diese Hingabe. Apollon, beleidigt und gekränkt, verlieh ihr zwar die Gabe, ließ jedoch alle ihre Prophezeiungen ungehört und unglaubhaft erscheinen. So wurde Kassandra zur einsamen Ruferin in der Wüste, zur Verkörperung der verschmähten Wahrheit. Die Tragödie nahm ihren Lauf, als Kassandra den Untergang Trojas voraussah. Sie warnte vor dem hölzernen Pferd, welches die Griechen zurückgelassen hatten. Doch niemand hörte auf ihre eindringlichen Worte. In einer Welt, in der Macht und Stolz die Oberhand hatten, wurde Kassandra zur tragischen Figur, gefangen zwischen ihrem Wissen um die Zukunft und der Unfähigkeit, diese zu ändern. Kassandras Geschichte ist nicht nur die Geschichte einer Frau, sondern die Geschichte der Menschheit, die immer wieder in die gleiche Falle tappt. Sie ist ein Symbol für den ewigen Kampf zwischen Wissen und Ignoranz, zwischen Wahrheit und Verleugnung. Und so steht Kassandra, verdammt von den Göttern und verachtet von den Menschen, an der Schwelle zur Ewigkeit. Ihre Prophezeiungen, ihr Wissen, ihre Wahrheit – sie bleiben ungehört und unverstanden. Kassandra, die Seherin, die Verkünderin der unerhörten Wahrheit, ist vielleicht der Spiegel unserer eigenen Blindheit und Taubheit. Und so schauen wir aus der Antike in unsere eigene Angst vor der Wahrheit, unser verzweifeltes Festhalten an Illusionen und Lügen.

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